Kardamom gehört zu den intensivsten Gewürzen überhaupt. Schon eine einzelne Kapsel kann ein ganzes Gericht verändern. Trotzdem kennen ihn viele nur aus süßem Gebäck oder als gemahlenes Pulver – und verpassen dabei, wie vielseitig Kardamom wirklich ist: von frisch und leicht zitronig bis warm, würzig und dezent scharf.
Was ist Kardamom?
Kardamom gehört zu den Ingwergewächsen und ist eng mit Ingwer, Kurkuma und Galgant verwandt. Die Sträucher können bis zu 3 Meter hoch werden und wachsen vor allem in tropischen Wäldern. Etwa 5 Jahre dauert es, bis die Pflanzen erstmals Früchte tragen.
Die geernteten Kapseln enthalten kleine schwarze Samen – und genau diese sind die eigentlichen Geschmacksträger.

Wie schmeckt Kardamom?
Um das zu beantworten, muss man unterscheiden, um welchen Kardamom es geht. Es gibt grünen und schwarzen Kardamom – und beide unterscheiden sich deutlich.
Schwarzer Kardamom ist kräftiger, rauchiger und deutlich herber. Grüner Kardamom hingegen schmeckt würzig-warm, leicht süßlich und zitronig, mit einer feinen Schärfe im Abgang.
Wie verwende ich Kardamom?
Wie du Kardamom verwendest, hängst stark davon ab, welches Ergebnis du erreichen möchtest.
Ganze Kapsel
Wenn du ein dezentes, gleichmäßiges Aroma möchtest, gib die Kapseln im Ganzen in dein Gericht. Sie eignen sich besonders gut für Reis, Currys oder Chai, da sie ihr Aroma langsam beim Mitkochen abgeben. Du kannst die Kapseln aber auch mit einem Gewürzschneider fein schneiden.
Kapsel öffnen und Samen verwenden
Für ein intensiveres Aroma öffnest du die Kapsel und verwendest nur die Samen. Das passt besonders gut zu Gebäck oder feinen Gerichten, bei denen der Geschmack stärker hervorstechen darf.
Samen mörsern
Das intensivste Ergebnis bekommst du, wenn du die Kardamomsamen frisch im Mörser zerstößt. So entfalten sich die Aromen unmittelbar und besonders kräftig.
Das solltest du vermeiden
Grundsätzlich kannst du wenig falsch machen bei der Verwendung von Kardamom, aber diese 2 Dinge solltest du vermeiden:
- zu große Mengen verwenden: Kardamom wirkt schnell dominant und kann "parfümiert" schmecken
- gemahlenen Kardamom kaufen: fehlt die schützende Hülle, gehen die Aromen schnell verloren; deshalb gilt auch: Kardamom erst kurz vorm Einsatz mörsern

Für was kann ich Kardamom verwenden?
Du kennst Kardamom vielleicht schon von den berühmten schwedischen Schnecken. Das Gewürz kann aber viel mehr als nur Gebäck.
Wenn du es süß magst:
- Milchreis mit Kardamom
- Gewürzkaffee mit Kardamom und Gewürz-Chai
- Kardamom-Kuchen
- Kardamom-Eis und andere Desserts
Wenn du eher Lust auf herzhaft hast:
- Gewürzreis und Reisgerichte
- Currys
- Salate
Wenn du experimentierfreudig bist:
- glasierte Kardamom-Möhren (große Empfehlung vom Team!)

Wo kommt unser Kardamom her?
Am Rand des Amazonasbeckens, in den Bergen Kolumbiens, wächst unser Kardamom in den dichten Wäldern rund um Sopetrán.
Unser Partner Bioandes gehörte zu den ersten, die den Anbau dort erfolgreich umgesetzt haben – denn Kardamom war ursprünglich gar nicht in Kolumbien beheimatet.
Zehn Mitarbeitende stecken ihr ganzes Herzblut in die Pflege der Pflanzen. Sobald sie im September anfangen zu blühen, werden die Kapseln hoch oben in den Bergen von Hand geerntet – insgesamt bis zu 3 Tonnen pro Jahr.

Die Früchte werden geerntet, solange sie noch grün sind. Idealerweise werden sie noch am selben Tag in speziell entwickelten Maschinen schonend getrocknet. Erst nach 1–2 Tagen erblicken die Kapseln wieder das Licht der Welt und sind bereit ihre lange Reise in die Küchen der Welt anzutreten.
Fun Facts über Kardamom, die du bestimmt noch nicht kanntest
Als zukünftige Kardamom-Experten darf (unnützes) Wissen nicht im Wissensrepertoire fehlen, also los geht's:
- Kardamom gehört nach Safran und Vanille zu den teuersten Gewürzen der Welt
- wegen seines hohen Werts wird er oft als "Königin der Gewürze" bezeichnet
- in Skandinavien wird besonders viel Kardamom verwendet; oft mehr als in den Anbaugebieten
- die Kapseln werden seit über 4000 Jahren verwendet; bereits die alten Ägypter nutzen das Gewürz für Parfüm und Rituale
- Kardamom als Kaugummi-Ersatz: In Indien wird das Gewürz oft nach dem Essen gekaut, da die ätherischen Öle den Mundgeruch neutralisieren
Fazit
Die kleinen Kapseln wirken unscheinbar, haben aber eine enorme Wirkung in der Küche. Schon kleine Mengen entscheiden darüber, ob dein Gericht flach oder interessant und komplex schmeckt. Dabei macht nicht nur die Herkunft, sondern auch deine Anwendung den Unterscheid aus, denn hier gilt: Je frischer gemahlen, desto intensiver das Aroma.
