News - Direkt vom Feld

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Bleib wo der Pfeffer wächst!

Denn es ist wunderschön hier. In der Zeit vom 01.-14. Januar 2020 besuchen wir unsere Gewürz-Bauern in Kerala, Indien.

Auf unserer Facebook und Instagram Seite kannst du mitverfolgen was wir vor Ort erleben.

Direkt vom Feld ins Ohr ūüéß Interview mit Gr√ľnder Richard

Am 10. M√§rz 2020 war Gr√ľnder Richard Friedrich beim MDR Sachsen im Expertenrat zu h√∂ren.
Hier gibt es die Sendung zum Nachh√∂ren ūüéß

 

Sie betreiben einen Internet-Shop, der in Chemnitz seinen Sitz hat. Unter "Direkt vom Feld" findet man Sie im Netz.

Wie sind Sie - als studierter Maschinenbauer - auf die Idee gekommen, sich mit Gew√ľrzen zu besch√§ftigen?

Um es kurz zu machen, wenn man seiner Leidenschaft folgt. Ich habe Maschinenbau studiert. Der klassische Weg nach dem Abitur. Danach kam in mir eine¬†Abenteuerlust auf. Ich wollte mich mit dem zu besch√§ftigen was ich wirklich gerne mache und das ist kochen und reisen. Und bei Gew√ľrzen kommen diese beiden Leidenschaften wunderbar zusammen.¬†

Und woher haben Sie diese Leidenschaft f√ľr das Kochen und f√ľr Gew√ľrze, von ihren Eltern?¬†

F√ľr das Kochen und f√ľr Lebensmittel ganz sicher, ja. Ich habe als Kind sehr viel¬†Zeit auf dem Bauernhof meines Gro√üvaters verbracht. Dort war der Bezug zu dem was man gegessen hat einfach da. Das Gem√ľse kam aus dem eigenen Garten, H√ľhner liefen drau√üen herum und von den¬†Nachbarn wurde noch die frische Milch geholt. Als Kind hat mich das noch weniger interessiert, aber ich bin sp√§ter regelrecht erschrocken als ich Jahre sp√§ter im Supermarkt war und bemerkt habe, dass ich nur noch Dinge aus dem¬†Regal nehme, ohne zu wissen wo die Lebensmittel herkommen. Da kam in mir der Wunsch auf zu wissen, wo die Dinge die ich t√§glich so nah an mich heranlasse, dass ich sie sogar esse, herkommen.¬†

Wo kommen denn die Gew√ľrze in Ihrem Online-Shop her?

Wie es der Name¬†schon verr√§t, war es mein Anliegen die Gew√ľrze direkt von den Bauern zu¬†beziehen.¬†Denn dort sind die¬†Wege am k√ľrzesten, dort ist die Qualit√§t am Besten und die Produkte am Frischesten. Abh√§ngig vom¬†Gew√ľrz sind es ¬†verschiedene Herkunftsl√§nder, wo die verschiedenen Pflanzen auch wirklich unter guten Bedingungen wachsen. Wir haben zum¬†Beispiel schwarzen Urwaldpfeffer und Kurkuma aus Indien, Zimt aus Sri Lanka und Safran aus dem Iran.¬†

Sie reisen also auf der ganzen Welt herum und sind immer auf der Suche nach Erzeugern?

Ja genau. Nicht immer auf der Suche nach Erzeugern, oft auch um die Bauern mit denen wir jetzt schon jahrelang zusammenarbeiten zu besuchen. Wir sprechen dann¬†√ľber Qualit√§t, Anbau und Verarbeitung der Gew√ľrze, tauschen uns aus und zeigen so gegenseitige Wertsch√§tzung.

Wie kommen Sie denn¬†√ľberhaupt an die¬†Erzeuger der Gew√ľrze heran? Sie waren gerade erst in Indien. Der Pfefferbauer in Indien pflegt¬†doch bestimmt keine Website.

Nein, da¬†haben Sie recht. Da ist immer magisch und wahnsinnig unterschiedlich wie wir an diese tollen Erzeuger herankommen. Ich wei√ü¬†nicht, ob Sie das kennen, wenn man sich im Kopf¬†etwas¬†ausgemalt hat. Auf einmal h√∂rt man anders zu und sieht z.B. im Fernsehen auch anders hin. Bei mir springt da sofort der Gew√ľrzfilter an. Wenn ich¬†sch√∂ne Reportagen sehen frage ich mich immer ob es dort nicht vielleicht auch Gew√ľrze geben k√∂nnte. Eine selektive Wahrnehmung ist das eine und das¬†andere ist, dass wir auch sehr sehr gute Tips bekommen. Vor Jahren hat mich ein Freund angerufen¬†und gesagt auf Mallorca wird wieder eine alte¬†Sorte Paprika rekultiviert. Da war ich¬†sofort Feuer und Flamme und¬†habe mir das direkt vor Ort angeschaut. Solche Tips sind nat√ľrlich¬†Goldwert.¬†

Sie sind doch bestimmt auch auf Messen unterwegs, gab es da nicht so eine schöne Geschichte mit einem Griechen?

Ja, da war ich auf einer Messe und wollte eigentlich Kr√§uterproduzenten in der Mittelmeer-Region finden, weil dort nat√ľrlich durch Sonne und kargen Boden optimale¬†Bedingungen f√ľr Kr√§uter gegeben sind. Die Aussteller auf der Messe waren aber einfach nicht das was ich mir vorgestellt hatte.¬†Am letzen¬†Stand kam ich¬†mit einer¬†Person, die auch Gast auf der Messe war, ins Gespr√§ch und klage mein Leid von der vergeblichen Suche nach Kr√§uterproduzenten. W√§hrend des Gespr√§chs werden die Augen meines Gegen√ľbers immer gro√üer und beginnen zu¬†leuchten. Er erz√§hlt mir, dass er¬†vor einem Jahr Felder auf einer H√∂he von 1200m im griechischen¬†Parnon-Gebirge gepachtet hat und dort ¬†griechischen Berg-Oregano in Bio-Qualit√§t anbaut.¬†Ich war¬†begeistert, bin in diesem Sommer nach¬†Griechenland gereist um mir das vor Ort anzuschauen. Es war genau was ich mir vorgestellt hatte. Seitdem ist das unser Kr√§uter-Produzent.¬†

Gew√ľrze spielen ja eine gro√üe Rolle in Ihrem Leben,¬†welche sind ihre Liebsten?

Der¬†Pfeffer kommt bei mir¬†an erster Stelle. Der kommt einfach auf jedes Essen, ich liebe diese angenehm fruchtige Sch√§rfe.¬†Pfeffer l√§sst uns die N√§hrstoffe in unserem Essen¬†noch viel besser aufnehmen und schmeckt einfach hervorragen. Deshalb denke ich immer, mit Gew√ľrzen kann ich meinem Essen so viel Intensit√§t verleihen und mir selbst noch¬†etwas gutes tuen.¬†W√§re ja Quatsch, das nicht zu machen.¬†

Sie haben inzwischen ja eine Lieferkette aufgebaut. Wer gehört denn alles zu Ihren Partner und wo sind diese Partner?

Beginnen wir bei den¬†Erzeugern mal in Sri Lanka. Das ist die¬†Kooperative Podie im Westen der Insel, die sehr guten Ceylon-Zimt und Muskatn√ľsse produzieren. In¬†S√ľd-Indien, genauer gesagt in Kerala in der Berg-Region Wayanad, baut die Kooperative Organic Wayanad unseren Urwaldpfeffer,¬†Kakaobohnen und Kurkuma an. Weiter geht es √ľber den Iran wo unsere Safranf√§den herkommen. Wir haben im griechischen Parnon-Gebirge, Kr√§uterbauern, die Oregano, Majoran, Rosmarin und Basilikum sowie¬†zwei Teesorten, griechischen Bergtee¬†und Zistrose, anbauen. In √Ėsterreich haben wir einen Chili-Bauern, der Cayennepfeffer f√ľr uns anbaut. Aus Deutschland, gleich bei uns um's Eck aus Limbach-Oberfrohna, kommt unsere Rote Beete Robuschka. Die wir vakuumgetrocknet und anschlie√üend mahlen haben lassen. Aus Hessen kommt unser Thymian und aus Frankreich stammt unser sensationeller¬†Baskischer Chili.¬†

Bei Ihnen bekommt man immer Produkte aus der aktuellen Ernte, wenn die alle sind ist Schluss? 

Ja, das ist nat√ľrlich oft¬†nicht so sch√∂n f√ľr die Leute die etwas kaufen wollen und das Produkt¬†ist gerade¬†nicht verf√ľgbar. Aber das ist¬†nunmal die Natur. Wir √ľberlegen uns gut, was wir uns zutrauen √ľber ein Jahr zu verkaufen. Wenn es dann besonders gut l√§uft ist die Ware¬†eben schon etwas eher alle. Dann holen wir lieber frisch nochmal Nachschub, anstatt dass es lange im Lager liegt. So geben wir unseren Erzeugern auch die Zeit mit uns¬†mit zu wachsen und k√∂nnen unseren Kunden¬†immer erntefrische Produkte anbieten.

 

Was sind denn die teuersten Gew√ľrze und warum?

An erster Stelle steht da Safran. Da ist die viele Handarbeit der Grund f√ľr den hohen Preis. Bei der Verarbeitung von Safran ist einfach nichts maschinell abwickeln. Das Pfl√ľcken der Krokusse und das Entfernen der feinen F√§den mit der Pinzette muss¬†von Hand erfolgen.¬†

Welches Gew√ľrz auch noch einen deutlichen Preisanstieg erlebt hat, ist die Vanille. Das Hauptanbaugebiet ist Madagaskar. Dort hat man wegen¬†schlechte Ernten, aufgrund von¬†Monokulturen, einen Ernteausfall √ľber mehrere Monate gehabt. Dadurch ist der Weltmarkt ziemlich zusammengebrochen, sodass die Preise in die H√∂he geschnellt sind. Vanille, als Orchidee, wird auch gr√ľn geerntet und √ľber mehrere Monate fermentiert und massiert, damit sich das Vanillin bildet. Das ist nat√ľrlich auch wahnsinnig viel Handarbeit, die man am Ende einfach mit¬†bezahlt.¬†

Gibt es eine Grundregel beim W√ľrzen?

Abgesehen davon, m√∂glichst ganze Gew√ľrze zu verwenden, empfehle ich immer sich Zeit zum kochen zu nehmen. Mit Liebe zu kochen und mal wieder intuitiv an Gew√ľrzen riechen, die einzelnen Zutaten in die Hand nehmen und schauen ob alles zusammen passt. Da braucht man oft keine Anleitung, das bekommt man alles intuitiv selbst hin und es schmeckt jedes mal individuell¬†super.¬†

 

Das vollständige Interview mit Richard Friedrich ist hier