Vietnam – eine Reise zur Kooperative DACE

Vietnam – eine Reise zur Kooperative DACE

Lange hatten Jan und Richard sich auf die Reise nach Vietnam gefreut: Das Eintauchen in die dichten Wälder der Provinz Cao Bằng, um staunend die Zimt- und Sternanis-Ernte mitzuerleben und den Bäuerinnen und Bauern der Kooperative Dace die Hände zu schütteln. Aber wie es manchmal so ist, ändern sich Pläne und Prioritäten. Unser langjähriger Freund und Partner Boris von der Manufaktur SoulSpice, mit dem wir zusammen in das ferne Land reisen wollten, hat sich trotzdem auf den Weg begeben und für uns ein bisschen Vietnam nach Hause gebracht – in Form von wunderschönen Bildern, Videos und natürlich Gewürzen, die man in dieser Qualität selten woanders findet.

Bäuerinnen der Kooperative DACE, Vietnam

Auf dem Weg zum Vietnamesischen Königszimt

Nach Stunden im Flieger wird Boris von einem schwül-warmen Klima begrüßt. Mit dem Auto geht es weiter in den Norden des Landes zum Sitz der Kooperative DACE. Seit Jahren engagiert sie sich für nachhaltigen Anbau, faire Löhne und soziale Projekte in der Region. Ökologische Langwirtschaft, die wirtschaftliche Stärkung von Frauen der Erhalt des Regenwalds und die Unterstützung von Grundschulkindern stehen ebenso auf der Agenda. Die über 3000 Kleinbauernfamilien der Kooperative bauen dort in Mischkulturen neben vielen weiteren Gewürzen auch Sternanis und Vietnamesischen Königszimt an.

Tief im Dschungel stehen die doch recht unscheinbaren Bäume, die einen umso intensiveren, herrlich zimtigen Duft versprühen. Um dorthin zu gelangen, folgen Boris und sein Team einigen Mitgliedern der Kooperative auf ihrem Weg zur Arbeit – einem kleinen Wanderweg, der sich durch das dichte Grün schlängelt. 

Als die Gruppe sich rund um einen Baum versammelt, ist Boris hautnah dabei, wie mit präzisen Handgriffen und Messerschnitten die Rinde vom Zimtbaum abgetrennt wird. Der Baum wird dabei nicht beschädigt – sie regenerieren sich selbst. Genau wie bei den Jahresringen eines Baums wächst die Rinde von innen nach außen nach. So kann der Baum nach 2 bis 3 Jahren erneut geerntet werden.

Das Besondere bei diesem Zimt: Auch die Außenrinde wird vor der Trocknung entfernt, so bleibt wirklich nur das Innere übrig, das all das süßliche Aroma enthält. Diese Stücke werden anschließend in der Sonne getrocknet, wo sie sich von selbst zu den typischen Zimtstangen zusammenrollen. In einer Steinmühle werden die Stangen gemahlen und zurück in Deutschland liebevoll in unserer Manufaktur von Hand in Gläser abgefüllt. 

Hoch oben in den Wipfeln des Sternanisbaums

Nach einem stärkenden Frühstück am nächsten Morgen steht ein weiterer Ausflug in die nebelverhangene Gebirgslandschaft Cao Bằngs an: Boris darf bei der Ernte des Sternanis dabei sein. Das Gewürz, das du wahrscheinlich nur im getrockneten Zustand als braunen, hübschen Stern kennst, wächst hier an bis zu 20 Meter hohen Bäumen. Die haben hier die perfekten Bedingungen: warmes Klima, hohe Luftfeuchtigkeit, viele Sonnenstunden und sandig-lehmiger Boden. 

Sternanis am Baum | DACE Kooperative Vietnam

Mit Leiter und Stoffbeutel über der Schulter geht eine Bäuerin voran in den Wald zu den Bäumen der Kooperative. Nach einem 30-minütigen Fußmarsch bleibt die kleine Gruppe stehen. Die Frau nimmt die Leiter von der Schulter, lehnt sie gegen einen Baum und bindet sie daran fest. Staunend beobachtet Boris, wie sie sich in Windeseile mit routinierten Bewegungen an den Ästen noch oben zieht. Kaum noch zwischen den Blättern der Baumkrone zu erkennen, erntet sie in schwindelerregender Höhe die reifen Früchte mit großer Sorgfalt von den Zweigen. Hin und wieder fallen ein paar Exemplare auf den Boden, die von einer weiteren Bäuerin aufgehoben und in einem Beutel gesammelt werden.  

 

Wie alle anderen Sternanisbäume hat auch dieser über 5 Jahre gebraucht, bis er zum ersten Mal Früchte getragen hat. Möglicherweise ist dieser Baum aber schon über 20 Jahre alt, denn erst mit diesem Alter erreicht er seine volle Ertragskraft. Diese bleibt dann über viele Jahrzehnte erhalten. 

Die grünen Früchte, die fleißig gesammelt wurden, werden nun zurück zur Kooperative gebracht, um getrocknet zu werden. Und hier entwickelt sich die dir so bekannte rötlich-braune Färbung und das süß-würzige Aroma. 

Eine Reise voller Eindrücke

Auch wenn Jan und Richard nicht selbst vor Ort sein konnten, fühlten sich allein die Erzählungen von Boris wie eine kleine Reise an. Es ist immer wieder etwas Besonderes, die Bauern und Bäuerinnen kennenzulernen, die hinter den Gewürzen stehen. Und es zeigt immer wieder: Hinter unseren Gewürzen steckt so viel mehr.

Bäuerinnen und Bauern der Kooperative DACE

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